top of page

Warum viele Selbständige sichtbar sind – aber nicht wirken

  • Just Do Ad
  • 17. März
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. März

Viele Selbständige starten mit einer guten Idee. Oder sie merken, dass ihre Fähigkeiten plötzlich gefragt sind und man daraus ein Business bauen kann. Sie machen sich selbständig, bauen eine erste Website, erstellen ein erstes Angebot. Dann kommt das Logo. Dann Social Media. Dann Werbung.

Und so wächst das Marketing Schritt für Schritt. Aber selten aus einem klaren Plan heraus.

Es ist mehr ein Machen als ein strukturiertes Aufbauen und solange erste Kunden da sind, funktioniert das auch.



Nahaufnahme eines alten Buches mit handgeschriebenen Geschichten auf einem Holztisch

Erst wenn Wachstum ins Spiel kommt, wird sichtbar, was fehlt. Andere treten klarer auf. Präziser. Wiedererkennbarer.


Dann beginnt die eigentliche Arbeit.


Viele glauben, Marketing bedeute, sich selbst zu verkaufen.

Und tatsächlich: Einige tun das auch recht gut. Doch oft bleibt es bei einer Eigendarstellung.

  • Wer man ist.

  • Was man macht.

  • Was man anbietet.


Was dabei untergeht, ist die eigentliche Frage:

Warum sollte das jemanden interessieren?

Ein Blick auf erfolgreiche Beispiele zeigt, dass genau hier der Unterschied liegt.

Nehmen wir „Happy Slice“.

Auf den ersten Blick wirkt es, als würden zwei Typen einfach eine Pizzeria starten.Ein bisschen Chaos, ein bisschen Spass, vielleicht noch ein Bier dazu.

Auf den zweiten Blick wird klar:Das sind keine Zufallsunternehmer, sondern erfahrene Influencer mit Millionenpublikum.

Beide bauen seit Jahren an ihrer eigenen Marke.Sie kennen ihre Zielgruppe, ihre Sprache und genau die Wirkung, die sie erzeugen.

Was hier entsteht, ist kein Zufall.Sondern das Resultat von jahrelanger Klarheit.

Die Botschaft ist einfach und wiedererkennbar: Be Crazy. Be Happy. Eat Pizza.

Das wirkt spontan. Ist aber strategisch aufgebaut. Der Start war die Website und natürlich ein virales Video.


Augenhöhe Blick auf ein Notizbuch mit Skizzen und Notizen für eine Geschichte
Der etwas andere Pizza Service. Hier gehts zur Website



Dasselbe Prinzip findet man auch ausserhalb der Influencer-Welt.

Roland Brack gründete sein Unternehmen 1994 in einer Garage.

Bereits 1998 ging er mit einem eigenen Online-Shop live – zu einer Zeit, als E-Commerce in der Schweiz noch kaum verbreitet war.

Der Erfolg kam nicht über Nacht. Und nicht primär über Kampagnen.

Sondern über etwas anderes:Verfügbarkeit, Verlässlichkeit und ein klares Angebot.

Was oft unterschätzt wird: Damit das funktioniert, braucht es mehr als nur eine gute Idee.

  • Ein breites Sortiment.

  • Funktionierende Logistik.

  • Partnerschaften mit Lieferanten.

  • Und die Fähigkeit, Nachfrage zuverlässig zu bedienen.


Genau das hat Brack früh aufgebaut und sich damit in einem wachsenden Markt als einer der zentralen Anbieter etabliert.




Aber der Markt hat sich verändert.

Digitec und Galaxus gehören zur selben Gruppe (Migros)und sind heute der grösste Onlinehändler der Schweiz.

2025 lag der Umsatz bei rund 3,7 bis 3,8 Milliarden Franken.

Sie wachsen weiter, gewinnen Marktanteile und investieren stark in Kommunikation.

Der Unterschied ist sichtbar:

Brack wurde gross durch Leistung und Timing. Galaxus wird gross durch Leistung – und Kommunikation. Was all diese Beispiele gemeinsam haben, ist nicht das Produkt, sondern die Klarheit dahinter.

Klarheit darüber,

  • wer angesprochen wird,

  • was angeboten wird und

  • warum es relevant ist.

Diese Grundlage entsteht nicht zufällig.Sie wird erarbeitet – und konsequent umgesetzt.


Was passiert, wenn diese Grundlage fehlt?

Ein Blick auf Social Media reicht.

Innerhalb weniger Minuten erscheinen mehrere Anzeigen. Ähnliche Bilder, ähnliche Aussagen, ähnliche Versprechen.

Viele beginnen gleich: Mit KI kannst du alles erreichen. Ich zeige dir wie.

Video um Video. Person um Person.

Es entsteht ein dichtes Feld von Botschaften, die sich kaum unterscheiden.

Ein Dschungel, in dem alle gleichzeitig versuchen, gehört zu werden.

Doch nicht der, der am lautesten ruft, wird wahrgenommen.Sondern der, der am treffendsten sagt, worum es geht – für genau die richtigen Menschen.



Viele arbeiten mit denselben Vorlagen.

Website-Baukästen, Design-Templates, KI-generierte Inhalte. Das ist sinnvoll und ermöglicht einen schnellen Einstieg. Aber es führt auch dazu, dass vieles gleich aussieht.

Der Massagesalon, die Beraterin, der Coach –alle mit ähnlicher Struktur, ähnlichen Bildern, ähnlichen Texten. Insbesondere dann, wenn man nur die Bilder ändernt und sonst alles beibehält.

Was fehlt, ist die eigene Handschrift.

Nicht im Sinne von anders um jeden Preis, sondern im Sinne von

  • klar,

  • wiedererkennbar und

  • relevant.


Augenhöhe Blick auf ein Notizbuch mit Skizzen und Notizen für eine Geschichte


Dabei liegt das eigentliche Problem nicht im Design, sondern davor.

Was oft fehlt, sind die grundlegenden Fragen:

  • Was ist mein konkreter Nutzen?

  • Für wen ist mein Angebot wirklich gedacht?

  • Was unterscheidet mich von anderen?


Ohne diese Antworten wird alles zu Content. Aber nichts zu Kommunikation.





Was immer wieder funktioniert – selbst in gesättigten Märkten:

Nicht, weil jemand die besseren Tools, Ideen oder Produkte hat oder mehr postet.

Denn oft ist es sogar dasselbe Produkt, ohne grosse Unterschiede.

Der entscheidende Punkt liegt woanders: im Anderssein – und in der Kommunikation, die daraus entsteht.

Dollar Shave Club ist ein gutes Beispiel dafür. Rasierklingen gibt es wie Sand am Meer und trotzdem hat es jemand geschafft, daraus etwas Eigenständiges zu machen.


Dollar Shave Club verkaufte nicht einfach Rasierklingen. Sie verkauften ein Abo:

  • regelmässig geliefert,

  • ohne Aufwand.

Der eigentliche Unterschied lag im Alltag der Kunden. Wer schon einmal in einem Laden vor einem Regal mit Rasierklingen stand, kennt das Problem: zu viele Optionen, unklare Unterschiede, hohe Preise.

Für viele wurde der Kauf zur unnötigen Entscheidung. Und genau das haben sie eliminiert.

Statt Auswahl gab es eine einfache Lösung: ein Modell wählen – und regelmässig nach Hause geliefert bekommen.

Der Preis von einem Dollar war dabei weniger Kalkulation als Botschaft. Ein klares Signal gegen überteuerte Produkte und unnötige Komplexität. Hier noch ein KMU Beispiel aus der Schweiz: Fischer Bettwaren. Bekannt wurden sie mit dem Satz:

„Federe vo tote Tier“ –also dem klaren Hinweis, dass ihre Federn nicht von lebenden Tieren stammen.

Eine einfache Aussage aber eine, die sofort verständlich ist und hängen bleibt.


Ein Personal Branding entsteht nicht über Nacht.

So wie sich ein Charakter nicht an einem Tag formt, sondern mit der Zeit entwickelt, gilt das auch für Marketing und Werbung.

Man kann nicht davon ausgehen, einmal etwas zu posten oder eine Kampagne zu lancieren

und dann rennen alle die Türen ein.

Es ist ein konstanter Prozess und ein ständiges Lernen.

 

Kommentare


bottom of page